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Panama-Hüte und strahlende Augen

Die Teilnehmer  der Studienreise nach Ecuador  über ihre ersten Tage: Über Hutmacher, die Quinoapflanze und Gottesdienst via TV.

Woher kommt der Panama-Hut?

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Bis zu sechs Monate Handarbeit stecken in einem Panama-Hut.

Tag 3: (…) Die Antwort ist nicht so offensichtlich, wie es scheint, denn der Panama-Hut wird nur in Ecuador hergestellt. Seinen Namen erhielt er fälschlicherweise, weil die Arbeiter beim Bau des Panama-Kanals in Ecuador hergestellte Hüte trugen, die seitdem weltweit als Panama-Hüte bekannt sind. Sie werden aus den Fasern einer Palme hergestellt, die nur in Ecuador an der Küste wächst. Wir konnten heute die Herstellung dieser Hüte von Anfang bis Ende mit fachkundigen Erklärungen beobachten und waren sehr beeindruckt zu sehen, wie viel Handarbeit und wie viele einzelne Arbeitsschritte nötig sind, um einen Hut herzustellen (…).

Allein das Flechten eines einfachen Hutes, der in Ecuador für 30 Dollar zu haben ist, dauert mindestens vier Stunden – für die wertvollsten Hüte muss man auch schon mal sechs Monate flechten, kann dann aber auch im Geschäft über 2000 Dollar dafür verlangen. Ganz so viel haben wir nicht investiert, aber der eine oder andere Hut bzw. Tasche ging durchaus über die Theke (…).

Quinoa – das Regenbogengetreide

(…) Im Hochland bei Riobamba wächst auf nährstoffreichem Vulkanboden eine wunderbare Pflanze aus der Familie der Hirsegewächse in allen Farben des Regenbogens. Die unterschiedlichen Farben zeigen den Reifegrad der Pflanze an und reichen von grün über, blau, lila und rot bis zum goldenen Korn. Dieses Korn wird weltweit geschätzt, weil es alle Nährstoffe enthält, die der Mensch zum Leben braucht und daher die Widerstandskräfte stärkt. Das macht es so begehrt, dass bereits bei der Aussaat der Verkauf der Ernte schon gesichert ist. Damit nicht alles exportiert wird, hat der Staat per Gesetzt festgelegt, dass für die einheimische Bevölkerung ein entsprechender Anteil zurückgehalten werden muss. Beeindruckt hat uns, dass die Landwirtschaft im Hochland der Anden zu 80% von Hand erledigt werden muss, nicht nur weil die Kleinbauern kein Geld für Maschinen haben, sondern auch, weil die Felder an Steilhängen liegen (…)

Blogbeitrag von Birgitta Siepelmeyer und Sabine Slawik

Sonntagsgottedienst in 16 zu 9

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Gottesdienst in Guayaquil.

Tag 5: (…) Gestern noch war in der ganzen Stadt das werktägliche Verkehrschaos. Verglichen damit sind heute auf unserem Weg zur Kathedrale in Guayaquil die Straßen fast leer. Seit sieben Uhr werden stündlich Gottesdienste gefeiert. Um zehn Uhr passieren wir Rosenkranzverkäufer, Sicherheitsleute und Bettler in Rollstühlen auf dem Weg in das Gotteshaus. Dort im Innern überrascht uns, dass an jeder Säule zwei Bildschirme angebracht sind, die das Altarbild auch in den hinteren Reihen sichtbar machen. Neben Männern und Frauen aller Altergruppen besuchen auch viele Familien den Gottesdienst (…).

(…) Der Ritus wird zügig vollzogen, denn um elf Uhr beginnt schon die nächste Messe. Zum Friedensgruß reicht mir ein kleines Mädchen geführt vom Vater und mit großen Augen die Hand. Mein europäisches Aussehen scheint sie sehr zu erstaunen. Blonde Haare sind hier selten. Beim Hinausgehen wartet wieder ein Spalier von Bettlern. Wenige geben ein paar Münzen. Draußen auf dem Platz hören wir schon das Eingangslied des nächsten Gottesdienstes (…).

Von Birgit & Werner Diewald

Autor:

Gast-Autoren im MISEREOR-Blog.

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