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Globales Lernen: Flüchtlinge brauchen unsere Solidarität

Auch Jugendliche erleben momentan die Ankunft von Flüchtlingen in Deutschland und sehen Bilder aus den Kampfgebieten in Syrien und Nordirak. MISEREOR stellt Ideen vor, wie man im Unterricht mit Jugendlichen über die Themen „Flucht“ und „Flüchtlinge“ ins Gespräch kommen kann.

Ein Beitrag von Gymnasiallehrerin Silke Ottinger, die  sich als Multiplikatorin für MISEREOR engagiert.

Banner_Unterrichtsmaterial_Foto_Kathrin_HarmsDas Thema „Flüchtlinge“ ist aktuell. Auch für Schülerinnen und Schüler ist es, zum Beispiel durch die Nachrichten, aber auch durch die Begegnung mit Flüchtlingen in ihren Heimatorten, Teil ihrer Lebenswelt geworden. Eine in Zusammenarbeit mit MISEREOR entwickelte Musterstunde für die Sekundarstufe 1 beschäftigt sich beispielhaft mit der Lage der Flüchtlinge im Nordirak. Die Unterrichtsstunde kann als Einzelstunde, beispielsweise als Vertretungsstunde im Fach Religion, aber auch als Einstieg in eine längere Unterrichtseinheit genutzt werden.

Falls dies zeitlich möglich ist, könnten sich an diese Einführung eine oder mehrere Stunden zum Thema „Flüchtlinge in Deutschland“ anschließen. Auf diese Weise kann die Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler noch stärker einbezogen werden. Durch die Einführungsstunde sind die Schülerinnen und Schüler vertraut mit der Situation der Flüchtlinge, sie wissen, welche schrecklichen Erlebnisse zum Teil hinter ihnen liegen, und können so auch Flüchtlingen in Deutschland offener und verständnisvoller begegnen.

Stundenfrage: „Das Leiden der Flüchtlinge – nicht unsere Angelegenheit?!“

Die Schülerinnen und Schüler sollen im Verlauf der Unterrichtsstunde Informationen dazu erhalten, wie es überhaupt zur Fluchtbewegung kam. In einem nächsten Schritt sollen sie durch das Verfassen eines Tagebucheintrags und dem damit einhergehenden Versetzen in die Lage der Flüchtlinge für deren Situation sensibilisiert werden.

Einstieg mit einem Bild aus dem Nordirak

Mögliche Impulse: „Beschreibt das Bild. Beschreibt, wie das Bild auf euch wirkt.

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Ein Hilfstransport hat jesidische Flüchtlinge im nordirakischen Sinjargebirge erreicht. Dorthin flohen hunderte Familien vor der Gewalt des IS. Ein Junge hilft beim Ausladen von dringend benötigten Matratzen. Foto: Kathrin Harms

Wie kam es zur Fluchtbewegung?

Bevor die Stundenfrage beantworten wird, soll zunächst geklärt werden, weshalb es überhaupt zu einer so großen Fluchtbewegung gekommen ist. Dazu gibt es im Unterrichtsmaterial eine Vorlage für einen Kurzvortrag zum Thema „Ursprung der Fluchtbewegung“ sowie eine Karte von Syrien und ein Arbeitsblatt „Weltkarte“ auf der die Herkunftsregionen der Flüchtlinge nachvollzogen werden können.

Erarbeitung: Die Situation der Flüchtlinge im Nordirak

Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten einen Tagebucheintrag eines Jugendlichen in ihrem Alter, der aus Syrien in den Nordirak fliehen musste. Aufgaben:

  • Informiere dich mit Hilfe des Interviews mit Salah Ahmad über die Situation der Flüchtlinge im Nordirak.
  • Verfasse einen Tagebucheintrag eines jugendlichen Flüchtlings in deinem Alter. Gehe dabei auf Erlebnisse vor und während deiner Flucht ein, ebenso wie auf deine momentane Situation im Flüchtlingslager. Achte darauf, deine Gedanken und Gefühle zu beschreiben.

Die Schülerinnen und Schüler stellen ihre Ergebnisse dem Plenum vor. Damit die Ergebnisse aller gewürdigt werden, können sich die Banknachbarn ihre Einträge vor dem Plenumsvortrag gegenseitig vorlesen.
Daran kann sich eine Diskussion über die Stundenfrage „Das Leid der Flüchtlinge – nicht unsere Angelegenheit?!“ anschließen. Dabei können im Religionsunterricht auch Hilfsimpulse aus dem Neuen Testament  einbezogen werden.

Murmelgruppen: Welche Hilfe brauchen die Flüchtlinge?

Die Schülerinnen und Schüler entwickeln in Murmelgruppen eigene Ideen, auf welche Weise den Flüchtlingen geholfen werden müsste. Ergebnisse werden stichwortartig an der Seitentafel festgehalten.

Anschließend lernen die Schülerinnen und Schüler die Arbeit der MISEREOR-Partnerorganisation „Jiyan Foundation for Human Rights“ kennen. Sie vergleichen die Hilfsprojekte der Jiyan Foundation mit ihren eigenen Ideen, stellen ihre Ergebnisse vor und beurteilen die Hilfsleistungen. Aufgabe:

1.    Beschreibt stichwortartig, wie MISEREOR in Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen versucht, Flüchtlingen zu helfen.
2.    Vergleicht die Hilfsmaßnahmen mit euren eigenen Ideen.

Als Hausaufgabe können die Tagebucheinträge erweitert werden, indem beschrieben wird, wie sich die Situation des Flüchtlings verändert hat, nachdem er Hilfe erfahren hat.

Die Musterstunde zum Abspeichern und Ausdrucken

Hier finden Sie die gesamte Unterrichtsstunde mit möglichem Unterrichtsablauf als PDF-Datei.


Über die Autorin:

Silke Ottinger hat im August 2014 an einer Reise des Bistum Speyer nach Ecuador teilgenommen und so MISEREOR kennengelernt. Seitdem engagiert sie sich als Multiplikatorin bei der Erstellung von Bildungsmaterialien.


 

Mehr Informationen

Lehrerarbeitskreis MISEREOR

MISEREOR-Unterrichtsmaterialien

Autor:

Gast-Autoren im MISEREOR-Blog.

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