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Wunderbare Botschafter für MISEREOR

„Was ist das?

Hungertuchwallfahrt? Nie gehört…

Ach ja, es ist Fastenzeit.“

Die gut 120 Pilger, die mit dem MISEREOR-Hungertuch durch die Innenstadt von Trier ziehen, erregen in der samstäglichen Betriebsamkeit der Fußgängerzone wahrlich Aufsehen, ernten ebenso wohlwollendes Lächeln wie irritierte Mienen. Ein Straßenmusikant setzt dem fromm gesungenen Kirchenlied der Wallfahrer ein trotziges „Alle meine Entchen“ entgegen. Doch das ficht die Wanderer nicht im Geringsten an. Dass ihnen auch Skepsis entgegengebracht wird, sind sie gewohnt, ja es fordert sie sicher auch heraus, das neue Hungertuch mit dem schönen Titel „Ich bin, weil Du bist“ in seiner Bedeutung zu erläutern, über die weltweite Arbeit von MISEREOR zu berichten und um Solidarität mit den Menschen in weniger privilegierten Gegenden dieser Erde zu werben. Fest steht: Viele Menschen bekommen mit, dass da dieser bunte Zug an ihren Häusern vorbeiströmt, der wie eine Demo aussieht, in Wahrheit aber ein Aufruf ist, sich der Hilfe für die Ärmsten nicht zu verschließen, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen und sich mit Fragen der Welt- und Entwicklungspolitik ebenso zu befassen wie mit Gott und dem eigenen Glauben.  Hungertuchwallfahrer sind wunderbare Botschafter für die Sache MISEREORS.

Mehr als 320 Kilometer hat die mehr als 60-köpfige Gruppe zurückgelegt, die sich von Würzburg aus, wo im vergangenen Jahr die Fastenaktion eröffnet wurde, aufgemacht hat nach Trier, wo in diesem Jahr die Spendenkampagne des Hilfswerks eingeläutet wurde. In vier Gruppen ging es abwechselnd rund um die Uhr quer durch den Südwesten der Republik. Auf Isomatten schliefen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Gebäuden von katholischen Pfarreien, wo sie von vielen hilfsbereiten Menschen liebenswürdig empfangen, verköstigt und betreut wurden. Eine weitere Wallfahrergruppe aus der Diözese Paderborn begann ihre Pilgerreise in Ulmen in der Eifel und legte mit dem von dem nigerianischen Künstler Chidi Kwubiri geschaffenen Tuch gut 100 Kilometer bis nach Trier zurück.

Erika Schulte-Lohmüller, die zum dritten Mal dabei war, lobt den guten Geist auf dieser Pilgerreise, Gemeinschaft und Hilfsbereitschaft in der Gruppe, in der sich, so ist allgemein zu hören, viele intensive Gespräche und ein außergewöhnliches Miteinander entwickeln. Und immer wieder sind da diese besonderen Begegnungen mit den Menschen auf dem langen Weg, wartet ein charismatisch und mitreißend redender Diakon oder eine festlich gedeckte Tafel mit Kerzen und Blumen auf die müden Wanderer, weisen Einheimische den Wallfahrern den Weg, als sie sich bei Mainz in ein Industriegebiet verirren. Eine ältere Dame begleitet mit ihren Enkeln die Gruppe sogar spontan in den dunklen Wald. Die Kinder zücken ihre Taschenlampe und sind traurig, als sie sich von den Pilgern wieder verabschieden müssen, erzählt Matthias Hey.  „Ich freue mich über so viel Herzlichkeit.“

Der Trierer Bischof Stephan Ackermann nennt die Hungertuchwallfahrer „Samenkörner für die Botschaft Jesu Christi“, und auch MISEREOR-Hauptgeschäftsführer Pirmin Spiegel spricht von einer „genialen Idee“, die die ersten Wallfahrer vor mehr als 30 Jahren dazu motivierte, mit dem Hungertuch durch Deutschland zu ziehen. „Sie setzen sich für eine größere Gerechtigkeit und Solidarität auf dieser Welt ein und dafür, dass sich alle Menschen auf Augenhöhe begegnen können. Ein solches Engagement gehört zur DNA von MISEREOR.“

Autor:

Ralph Allgaier

Ralph Allgaier arbeitet als Pressesprecher bei MISEREOR.

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