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Nachhaltige Ernährung: Interview mit Christiane Rennebaum

Unter dem Motto „Die Region schmecken“ lud Christiane Rennebaum,  Ökotrophologin beim Klimahaus Bremerhaven, die Gäste des vierten Teils der Veranstaltungsreihe „95 Thesen für Kopf und Bauch“ von Slow Food Deutschland e.V. und MISEREOR zum sogenannten 30-Kilometer-Essen ein und informierte zu Herkunft und Saisonzeit der verwendeten Lebensmittel.

Christiane Rennebaum, Ökotrophologin beim Klimahaus Bremerhaven. Foto: MISEREOR

Christiane Rennebaum, Ökotrophologin beim Klimahaus Bremerhaven, brachte Slow Food Deutschland e.V. und MISEREOR nachhaltige Ernährung kulinarisch näher, Foto: MISEREOR.

1) Frau Rennebaum, Sie arbeiten als Ökotrophologin beim Klimahaus Bremerhaven: Worauf kommt es Ihrer Meinung nach bei einer klimafreundlichen Ernährung an?

Zunächst einmal kommt es darauf an, den Konsum von Fleisch und Fleischprodukten stark zu reduzieren. Denn die Tierhaltung und Weiterverarbeitung sind nicht nur für große Mengen des klimaschädlichen Kohlendioxidausstoßes verantwortlich, sondern verbrauchen Unmengen virtuelles Wasser. Virtuell deshalb, weil es all das Wasser mitrechnet, welches wir nicht sehen, wenn das Fleisch auf unseren Tellern liegt. Dazu zählt bei einer Kuh beispielsweise das Wasser, was benötigt wird, um das Tier zu versorgen, zu halten, zu schlachten und es anschließend weiterzuverarbeiten. Die Themen Fleisch und umweltfreundlicher Fleischkonsum sind sehr komplex. Wir haben uns deswegen im Klimahaus dafür entschieden, komplett auf Fleisch zu verzichten. Milchprodukte werden in kleinen Mengen eingesetzt. Fertigprodukte versuchen wir gänzlich zu vermeiden. Nur in Ausnahmefällen setzen wir sie ein, dann aber von nachhaltig orientierten Anbietern. Unser Fokus liegt auf frischen Lebensmitteln, insbesondere auf saisonal-regionales Obst und Gemüse. Wir kochen und backen am liebsten alles selber, vom Hefeteig für die Pizza bis zu den verschiedenen Soßen für Nudel- oder Kartoffelgerichte.

2) Sie arbeiten viel mit Kindern und Jugendlichen: Wie gelingt es Ihnen, dem Nachwuchs das Zubereiten nachhaltiger Speisen schmackhaft zu machen?

Mein Erfolgsrezept lautet: Von der Theorie in die Praxis. In der Regel bringen die Kinder aus der Schule bereits erste Vorerfahrung zum Kochen mit. Bei mir geht es dann ran an die Töpfe und das macht ihnen riesen Spaß. Natürlich lasse ich auch dabei theoretisches Wissen einfließen, damit der Nachwuchs etwas zur Herkunft ihrer Lebensmittel erfährt. Aber es geht mir um das Erleben, sie sollen das Kochen aktiv erfahren und mit allen Sinnen aufnehmen und schmecken. Aversionen durch eingeübte Essgewohnheiten und Kommentare wie „Das mag ich aber nicht“, sind schnell verflogen, wenn das Essen erst einmal auf dem Tisch steht. Dann greifen alle ordentlich zu. Dabei mache ich immer wieder die Erfahrung, wie viel Freude den Kindern das Essen in der Gemeinschaft macht.

3) Verraten Sie uns ihr Lieblingsrezept für ein regional-saisonales Gericht für den Herbst 2017?

Da empfehle ich direkt den Apfel-Karottensalat, den ich für unsere heutigen Gäste vorbereitet habe. Dafür müssen die Karotten klein geraspelt und mit Apfelsaft, am besten selbst gepresst, übergossen werden. Fertig ist die saftig-frische Mischung. Beide Zutaten gibt es zur Zeit direkt aus der Region. Wer es mag, kann den Salat natürlich noch mit etwas Salz und Pfeffer würzen.


„Lebensmittelverschwendung ist ein unfassbarer Klimakiller!“

 

Geschrieben von:

Corinna Würzberger ist Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei MISEREOR.

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