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Amazonas-Synode: Auch in Asien ist ein Wandel notwendig

Was bei der Amazonas-Synode im Oktober in Rom besprochen wurde, ist auch in Asien von den  Menschen aufmerksam verfolgt worden, – insbesondere mit Blick auf die dringende Notwendigkeit, auf die Sorgen jener Menschen einzugehen,  die um ihre Lebensweise und ihre angestammten Territorien fürchten. Von Rom geht ein Zeichen der Hoffnung aus, das auch für uns von Bedeutung ist.

Abholzung im Regenwald auf der indonesischen Insel Sumatra

Über 450 Millionen Asiatinnen und Asiaten leben in tropischen Regenwäldern und Savannen oder deren näherem Umfeld, und 84 Millionen von ihnen leiden unter extremer Armut. Geschätzte 210 Millionen Menschen im asiatisch-pazifischen Raum gehören zu indigenen Völkern oder Stämmen. Gewöhnlich leben sie innerhalb von abgegrenzten, geographisch klar zuzuordnenden Territorien ihrer Vorfahren; gleichwohl sind diese Territorien im Allgemeinen nicht offiziell anerkannt. Ihr traditionelles Wissen ist an die lokalen Gegebenheiten angepasst und zeugt von einer tiefen Verbundenheit mit der Natur. Indigene Lebensweisen respektieren und schützen natürliche Ressourcen.

Indigene Gemeinschaften stellen nur einen kleinen Anteil an der Bevölkerung in den genannten Regionen, und doch müssen viele von ihnen um den Erhalt ihrer sozialen und-kulturellen Integrität kämpfen. In Asien sind die Waldgebiete stark zersplittert und befinden sich überwiegend im Hochland. Dort ist die Regenerationskraft von Quellen für sauberes Wasser für die gesamte Bevölkerung gefährdet, ebenso sind das Naturerbe und der Arten-Reichtum dezimiert, und es fehlt Land und Boden an Widerstandskraft, um die desaströsen Folgen von Dürren, Überflutungen und Erdrutschen zu begrenzen. Das derzeitige Wirtschaftsmodell einer starken Ausbeutung der Erde ist nicht nachhaltig und mit nicht zu kompensierenden Verlusten von Ressourcen und angestammten Lebensweisen verbunden. Der Kirche kommt die Aufgabe zu, in Demut ihr Engagement zu bündeln und sich um die Bewahrung der Schöpfung zu kümmern, um alle leidenden Menschen. Und sie sollte Wege einer nachhaltigeren menschlichen Entwicklung suchen, verbunden mit einer Vision, die alle einschließt. Die Jugend spielt als kritische Instanz eine wichtige Rolle bei der Ausarbeitung dieser Vision.

Die Kirche ist herausgefordert, sich mit den Menschen an den Rändern zu verbinden, sie sollte diesen die Möglichkeit bieten, ihre Anliegen zu Gehör zu bringen. Die Kirche muss sich dafür einsetzen, dass die Polarisierung und Gewalt in Politik und Gesellschaft abnimmt, sie sollte auch mit dem säkularen Teil der Gesellschaft für eine größere Übereinstimmung in der Bevölkerung arbeiten und alle zu einem Wandel hin zu einem einfacheren Lebensstil ermutigen.

Der 50. Geburtstag der gesamtasiatischen Bischofskonferenz (FABC) im kommenden Jahr wird eine Gelegenheit sein, dass diese Botschaft sich im allgemeinen Bewusstsein tiefer verankert und weitere Kreise der Bevölkerung erreicht.  

Zum Autor: Der Jesuitenpater Pedro Walpole ist Forschungsdirektor am umweltwissenschaftlichen Institut für sozialen Wandel in Quezon-City auf den Philippinen.

Autor:

Gast-Autoren im MISEREOR-Blog.

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