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Petra läuft für Stadtgärten in Bolivien und Brasilien

Im Frühjahr 2020 war ich drei Wochen lang „für MISEREOR“ zu Fuß unterwegs: zur Unterstützung der Corona-Nothilfe. 36 Sponsoren, 22 Wandertage und 306 Kilometer später betrug die phänomenale Spendensumme am Ende 7.080,40€. Auch in diesem Jahr bin ich wieder unterwegs gewesen und diesmal für Stadtgärten in Brasilien gelaufen. 25 Wandertage – 350 Kilometer – 48 Sponsorinnen und Sponsorinnen – 6.035,83€ – das ist der Stand am 8. Juli 2021! Wie es mir dabei ergangen ist, könnt ihr in meinen Beiträgen lesen:


9 . Juli

25 Wandertage – 350 Kilometer – 48 Sponsorinnen und Sponsorinnen – 6.035,83€ – das ist der Stand am 8. Juli 2021! In wenigen Tagen schließt meine Aktionsseite https://www.misereor.de/spenden/spendenaktionen/eigene-spendenaktion-starten?cfd=cwbda#cff. Doch es ist natürlich weiterhin möglich, für die Stadtgärten in Bolivien und Brasilien unter Angabe der Aktionsnummer P81470 zu spenden:

MISEREOR-Konto: IBAN DE75 3706 0193 0000 1010 10, BIC GENODED1PAX


Gegen eine weltweite Seuche hilft nur weltweite Solidarität

Ich bedanke mich herzlich bei allen, die mich unterstützt haben, für ihren finanziellen Beitrag, ihre Begleitung, ihr „Mitgebet“. Danke auch für das große Interesse am Projekt „Landwirtschaft in der Stadt“ und an der aktuellen Situation in Bolivien und Brasilien! Dort sinken die Infektionszahlen inzwischen glücklicherweise. In Bolivien beträgt die Sieben-Tage-Inzidenz aktuell 86,2, in Brasilien 165,6. Zum Vergleich: Vor drei Wochen lagen die Werte bei 160,2 (Bolivien) und 233,4 (Brasilien). Diese positive Entwicklung stimmt hoffnungsvoll. Aber wir sind noch lange nicht über den Berg. In Deutschland breitet sich die aggressive Delta-Variante des Sars-Cov-II-Virus aus – und wer weiß, welche Varianten noch entstehen werden. Das Virus wird bleiben; was wir erreichen müssen, ist das Ende des pandemischen Geschehens, sodass Covid-19 eine beherrschbare Krankheit wird. Wir wissen inzwischen, dass nur flächendeckende Impfungen Erfolg bringen und weil es sich um eine Pandemie handelt, bedeutet „flächendeckend“: weltweit. Das muss jedem Menschen einleuchten – besonders den Menschen, die auch in Zukunft in die Ferne reisen möchten.

Es muss, es sollte jedem Menschen einleuchten, dass der Impf-Egoismus weniger Privilegierter nicht gegen eine globale Seuche hilft! Und doch konzentrieren sich zwei Drittel des verfügbaren Impfstoffs bisher in zehn Industrie- und Schwellenländern: China, Indien, USA, Brasilien, Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Italien, Türkei und Mexiko. Natürlich sind einige dieser Länder sehr bevölkerungsreich – doch den Impfstoff brauchen alle und viele Länder des Globalen Südens benötigen außerdem Unterstützung beim Aufbau der Infrastruktur für die Impfkampagne. Die führenden Industrieländer müssen helfen – mit ihren finanziellen Ressourcen und auch mit ihrem Know-How. Es braucht jetzt nicht nur Lippenbekenntnisse, sondern wirkliche Solidarität. Aber Solidarität muss von unten wachsen. Und wie schwer es uns fällt, solidarisch zu sein, das sehen wir bei uns in Deutschland: Da ist eine Kluft entstanden zwischen denen, die in den ersten Monaten „impfberechtigt“ waren, und den weniger Glücklichen, die noch keinen Anspruch auf die Impfung hatten. Zu Beginn der Corona-Krise sollten vor allem alte und vorerkrankte Menschen geschützt werden; Jüngere und Gesunde wurden zu Verzicht und Rücksichtnahme aufgefordert. Und sie waren dazu bereit. Dass sie nun ihrerseits von der älteren Generation Verständnis für ihre Situation erwarten und auch konkrete Solidarität, ist nachvollziehbar. Doch die Gräben vertiefen sich. Sobald die Hausärzte impfen durften, kam es in den Praxen teilweise zu tumultartigen Szenen, weil sich jeder und jede so schnell wie möglich einen Impftermin sichern wollte.

Gerecht ist klüger

Das lässt nichts Gutes erwarten für eine faire weltweite Verteilung der Vakzine – die nicht nur ein Gebot der „Nächstenliebe“, sondern dringend notwendig und im Interesse aller ist. „Gerecht“ ist einfach klüger! Dass meine Wanderaktion soviel Zuspruch und Unterstützung erfahren hat, zeigt aber: Es gibt Menschen, die solidarisch sein wollen und nicht nur die eigenen Bedürfnisse, sondern die Situation anderer, auch der „fernen Nächsten“, im Auge haben. Dieses Wissen hat mich während der 25 Wandertage und darüber hinaus getragen und beflügelt.

Ich bin sehr dankbar für das finanzielle Ergebnis – das Spendenziel „6.000€“ wurde übertroffen –, aber genauso dankbar für die Verbundenheit mit meinen Sponsoren, die im Verlauf der Aktion entstanden ist und in Zukunft bleiben wird.

Liebe Freundinnen und Freunde, ich wandere weiter, wann immer es mir möglich ist, und werde dabei an euch denken. Bleibt gesund und genießt den Sommer!

Herzlich grüßt euch eure

Petra Gaidetzka


Es gibt kein falsches Wetter, nur falsche Kleidung © Petra Gaidetzka

27. April

Nach 26 Wandertagen habe ich meine Aktion „Solidarität geht“ nun beendet. Am Sonntag noch auf Tour durch das schöne Veybach-Tal – am Montag wieder im Home Office! Jeder Urlaub geht einmal zu Ende. Diesen hätte ich nicht besser nutzen und gestalten können. Obwohl das Wetter manchmal nicht recht mitzog, haben mich meine täglichen Wanderungen beflügelt und weitergebracht, sowohl physisch als auch mental: Ich habe Abstand vom Alltag gewonnen, mich gut erholt, meine Kondition verbessert, viel Schönes gesehen, viele interessante Dinge gelernt, viele Gedanken gedacht…! Ich bin 350 Kilometer gelaufen und bedanke mich bei meinen Sponsorinnen und Sponsoren, bei etlichen Kolleginnen und Kollegen, bei Bekannten und Freunden für das ermutigende Feedback, die interessierten Rückfragen, die Spenden, die bereits überwiesen wurden, und für alle finanziellen Beiträge, die zugesagt sind und noch kommen werden. So kann man spenden:

…über meine Aktionsseite, die hier verlinkt ist: Eigene Spendenaktion starten | MISEREOR

…oder durch Überweisung auf dieses MISEREOR-Konto: IBAN DE75 3706 0193 0000 1010 10, BIC GENODED1PAX (bitte unbedingt unter Angabe des Spendenzwecks: Spendenwanderung Gaidetzka, P81417 – damit die Spende richtig zugeordnet werden kann)

350 Kilometer für das Projekt „Landwirtschaft in der Stadt“


Die Pandemie lässt grüßen: Kein Waldweg ist so abgelegen, dass man nicht immer wieder auf menschliche Hinterlassenschaften stößt. © Petra Gaidetzka

Wenn ich die Wandertage Revue passieren lasse, dann bewegte sich die Kilometerleistung zwischen 7 und 22 – meist wanderte ich zwischen 12 und 17 Kilometern. Ich ging sechs von zehn Etappen des Krönungsweges. Dieser Hauptweg des Eifelvereins vollzieht die Strecke nach, die die deutschen Könige des Mittelalters zu ihrem Krönungsort, der Aachener Marienkirche, zurücklegten. Der Wanderweg führt von Bonn nach Aachen, doch ich nahm ihn in umgekehrter Richtung in Angriff. Mein Startpunkt war die Jugendherberge Colynshof in Aachen; meine letzte Krönungsweg-Etappe endete in Bonn-Bad Godesberg. Ich wanderte in der näheren Umgebung von Aachen, zum Beispiel im „Öcher Bösch“ (wie der Stadtwald im Aachener Dialekt heißt), im Voreifelland, im Nationalpark Eifel und im Siebengebirge. Ich wanderte teilweise in Begleitung, meistens aber allein.

Und was das Wetter angeht, so ergibt sich nach meinem Wandertagebuch ein erstaunliches Bild: Gefühlt war dieser April 2021 ein Wintermonat. Von wenigen Tagen abgesehen, konnte ich auf meinen warm wattierten Anorak nicht verzichten. Aber: Nur vier Tage waren richtig nass (Regen und Schneefall), an sechs Tagen war das Wetter apriltypisch abwechslungsreich, fünf Tage waren trocken, grau und kalt – und an elf Tagen genoss ich allerschönstes, wenn auch kühles Frühlingswetter! Wer könnte da meckern?

In meinen Gedanken nahm ich die Menschen mit auf den Weg, die in El Alto in Bolivien, in Belo Horizonte und anderen brasilianischen Großstädten Obst und Gemüse in der Stadt anbauen – in den Armenvierteln, in Hinterhöfen und an Straßenecken. So ergänzen sie den Speisezettel ihrer Familien um gesunde Nahrungsmittel und verdienen mit den Überschüssen, die sie auf dem lokalen Markt verkaufen, ein kleines Zusatzeinkommen. Man spricht von „Urban Gardening“, von Landwirtschaft in der Stadt. Durch diesen Ansatz verbessert sich nicht nur die Ernährung der Familien, besonders der Kinder – Stadtgärtnern wirkt sich auch positiv auf den Gesundheitszustand und allgemein auf die wirtschaftliche Situation aus. Und vor allem: Die Menschen gewinnen an Selbstbewusstsein, weil sie sehen, was sie auf die Beine stellen können! Viele sind in der Hoffnung auf ein besseres Leben vom Land in die Stadt gezogen. Zuerst glaubten sie, ihre mitgebrachten landwirtschaftlichen Kenntnisse seien in der Stadt ohne Wert – doch nun profitieren sie gerade davon und entwickeln mit der Unterstützung der MISEREOR-Partnerorganisationen neue agrarökologische Konzepte. Bolivien und Brasilien sind von der Corona-Pandemie stark betroffen. Unter den Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen leiden besonders die Armen, die ihren Lebensunterhalt im informellen Sektor verdienen, zum Beispiel durch Straßenhandel. „Wenn sie nicht auf der Straße verkaufen können, haben sie nichts zu essen“, brachte es ein MISEREOR-Partner auf den Punkt. Wie gut, wenn man die Grundnahrungsmittel im eigenen kleinen Garten selbst produzieren kann!

Deshalb habe ich mich entschlossen, mit meiner Wanderaktion die Projektarbeit in Bolivien und Brasilien – unter dem Motto „Landwirtschaft in der Stadt?!“ – zu unterstützen. Und ich freue mich sehr über die große Resonanz im Familien-, Freundes- und Kollegenkreis.

© Patricio Crooker/MISEREOR

Viele Menschen in den städtischen Armenvierteln sind fehlernährt und haben Krankheitserregern nichts entgegenzusetzen. Hausgärten werden zwar das große Problem der Ernährung in den Städten nicht lösen – doch für die einzelne Familie bedeuten sie einen großen Unterschied. Sie schärfen das Bewusstsein für eine ausgewogene Ernährung, für den Wert frischer Lebensmittel und für ökologisch-nachhaltige, schonende Anbaumethoden.

Was mich auf dem Weg beschäftigt hat

Einige Themen haben mich auf meinen Wegen begleitet und beschäftigt: zum einen die Spuren, die die Menschen durch ihr Siedeln und Arbeiten der Landschaft aufgeprägt haben, zum anderen der große Themenkomplex Ökologie/Waldschäden/Klima. Ich habe viel erfahren über Landwirtschaft und Handwerk in früheren Jahrhunderten, zum Beispiel über die vorindustrielle Eisenverhüttung und -bearbeitung in der Voreifel, das Messinggewerbe in Stolberg und das Mühlenwesen. Wie viele Mühlen gab es überall im Land, was wurde dort alles vermahlen, was bedeutete die Wasserkraft für Schmiedebetriebe, Tuchwalkereien, Sägewerke? Welche Veränderungen brachte die Frühindustrialisierung – ökonomisch, ökologisch und sozial?

Im Frühjahr 2020 wanderte ich 22 Tage lang; nur an einem Tag kamen Regenumhang und Schirm zum Einsatz. Das war diesmal zwar anders, das Frühjahr war zum Glück nicht so trocken wie im Vorjahr – aber die Feuchtigkeitsdefizite aus drei Dürrejahren sind noch längst nicht ausgeglichen. Wieder habe ich große Schäden im Wald gesehen: abgestorbene Fichten, die, durch die Trockenheit geschwächt, dem Borkenkäfer zum Opfer fielen, vom Sturm gebrochene Bäume und Waldstücke, in die der Eichenprozessionsspinner Einzug gehalten hat. Die rasante Ausbreitung dieses Schädlings ist auf die zunehmend heißen und trockenen Sommer zurückzuführen. Ich sah aber auch viele Beispiele, wie ein Wald heute nachhaltig bewirtschaftet werden kann: indem unterschiedliche Laubbaumarten gepflanzt werden, indem Wildnisgebiete eingerichtet werden, in denen keine Holznutzung mehr erfolgt, durch Renaturierung von Bachauen und Schaffung neuer Feuchtbiotope. In der Vergangenheit hat kurzfristiges Profitdenken dazu geführt, dass vielerorts Fichten-Monokulturen angelegt wurden – wie gut, dass inzwischen ein Umdenken in Gang gekommen ist!

Durch Trockenheit geschwächte Fichten fallen dem Borkenkäfer zum Opfer. © Petra Gaidetzka

Du stellst meine Füße auf weiten Raum

Noch eines nahm ich in Gedanken mit, während ich wanderte: das MISEREOR-Hungertuch, die Fragestellungen, die sich daran knüpfen, die Botschaft: „Du stellst meine Füße auf weiten Raum“. Das Bild entstand im ersten Corona-Shutdown 2020 im Augsburger Atelier der Künstlerin, Lilian Moreno Sánchez. Auch ihr Heimatland Chile wurde von der Corona-Pandemie schwer getroffen – wie Brasilien und Bolivien, wie Indien, wie viele Länder, deren politische und soziale Probleme durch die Krise verschärft wurden und deren Gesundheitssysteme kollabieren. MISEREOR und andere Nichtregierungsorganisationen vertreten eine klare Position: Solidarität ist das Gebot der Stunde – und zwar nicht nur im eigenen Land, sondern auch global. Die Impfstoffe müssen weltweit gerecht verteilt und zugänglich gemacht werden. Die Pandemie hat uns – alle Menschen, überall auf der Welt – mit unserer Verwundbarkeit konfrontiert. Sie hat unsere scheinbaren Gewissheiten erschüttert: dass alles plan- und machbar sei, dass wir sozusagen ein „Menschenrecht“ auf ungebremste Mobilität haben, dass nur Freizeitangebote und Konsum dem Leben Sinn geben, dass wir aufgrund unseres wissenschaftlichen Fortschritts jederzeit die Kontrolle behalten. Das Sars-Cov-II-Virus hat uns eines Besseren belehrt! Gerade in der ersten Phase, im Shutdown 2020 hat die Corona-Krise uns aber auch gezeigt, was möglich ist, wenn Menschen in einer Situation der Bedrohung Verantwortung füreinander übernehmen: Es gab Unterstützung für die Schwächeren, Empathie der Jüngeren für die Älteren und umgekehrt, es gab so viel konkrete Hilfe, so viel Kreativität und auch Bereitschaft zum Verzicht im Interesse des Gemeinwohls! Was ist davon übriggeblieben? Der Ausnahmezustand dauert schon zu lange an, die Menschen sind müde geworden. Die Existenzängste sind bei vielen groß; und das nicht ohne Grund. Dennoch frustriert es mich etwas, dass von Solidarität und von Umsicht nicht mehr viel zu spüren ist. Auf den Balkonen wird nicht mehr geklatscht und gesungen – dafür gibt es in der Gesellschaft sehr viel Abgrenzung und Aggression, Profilierungssucht und parteipolitisches Hickhack.

MISEREOR-Hungertuch 2021 von Lilian Moreno Sánchez, „Du stellst meine Füße auf weiten Raum“, © MISEREOR
Menschen werden in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt – nicht nur durch die Corona-Pandemie – und finden doch die Kraft aufzubrechen, Widerstand zu leisten, sich und ihre Welt zu verändern.

Wenn mir solche Gedanken durch den Kopf gingen, dann sah ich im Geist das Bild von Lilian Moreno Sánchez vor mir. Ein Fuß, verletzt, eigentlich nicht gehfähig – aber der Titel des Hungertuches lautet, in den Worten des 31. Psalms: „Du stellst meine Füße auf weiten Raum“. Die Corona-Pandemie schränkt uns alle ein. Viele Menschen werden darüber hinaus in ihrer Freiheit beschnitten durch Krankheit, Behinderung oder Alter, durch Gewalt, die sie erleiden, durch Krieg und Armut, durch die Notwendigkeit, täglich um ihr Überleben zu kämpfen. Dass ich mitten im Corona-Lockdown so viel Bewegungsfreiheit hatte, so viel in der Natur unterwegs sein durfte, so viel Aufbruch und Leben um mich herum erfahren konnte, war ein Privileg – ein Geschenk. Dessen bin ich mir bewusst und dafür bin ich dankbar.


20. April 2021

In meiner dritten Wanderwoche machte sich die Sonne weiterhin ziemlich rar – und wenn sie einmal schien, dann bei relativ kühlen Temperaturen. Doch das hielt mich nicht vom Wandern ab. Jeder einzelne Tag, jede Route hatte einen besonderen Reiz und hat sich mir durch die Landschaftseindrücke und bestimmte Themen „am Wegrand“ eingeprägt. Zum Beispiel die Nachmittagstour entlang der deutsch-belgischen Grenze bei Lichtenbusch: Die kleine Kirche, die von den Menschen aus dem deutschen und belgischen Teil des Ortes gemeinsam genutzt wird, brachte mich dazu, über nachbarschaftliches Zusammenleben trotz aller Kriegserfahrungen zu philosophieren. Oder die Wanderung im noch winterlichen Venn bei Höfen: Kein Sonnenstrahl durchbrach die tiefhängenden Wolken, kaum eine Blattknospe war schon geöffnet, doch im Perlenbachtal leuchteten Tausende gelber Narzissen aus dem fahlen Graubraun der Borstgraswiesen. Der Frühling lässt sich eben doch nicht auf Abstand halten, auch in der rauen Eifel hält er Einzug, wenn auch ein wenig zögerlicher als anderswo.

Ein österliches Hoffnungszeichen: die Narzissen, die sich im Perlenbachtal wieder ausbreiten konnten, nachdem die Bachaue „entfichtet“ und renaturiert wurde! © Petra Gaidetzka

Ein Biotop wäre beinahe verschwunden

Im Perlenbachtal erfuhr ich viel Wissenswertes über diese alte Kulturlandschaft, die beinahe einem kurzfristigen Profitdenken zum Opfer gefallen wäre. Seit dem Mittelalter wurden die Talwiesen auf schonende Weise genutzt: Im Vorfrühling leiteten die Bauern über ein Grabensystem Wasser auf die nährstoffarmen Böden und im Sommer mähten sie den Aufwuchs von Gras und Kräutern, um ihn in den Wintermonaten an ihr Vieh zu verfüttern. Doch seit den 1950er Jahren wurde die regelmäßige Mahd aufgegeben – zu aufwändig, zu unwirtschaftlich, fanden die Bauern; stattdessen besetzte man die Flächen mit Fichten, die eine baldige Holzernte ermöglichten. Doch die stark schattenden Nadelbäume brachten die vielfältige, bodendeckende Krautschicht fast zum Verschwinden. Und auch die Narzissen hatten kaum noch eine Chance, denn sie bevorzugen Laubwälder und nutzen das Sonnenlicht im Frühjahr, solange die Bäume noch kahl sind. Die größten deutschen Vorkommen der Gelben Wildnarzisse im Perlenbach- und Fuhrtsbachtal waren existenziell bedroht. Doch Umweltverbände bewirkten in Zusammenarbeit mit dem Eifelverein, den ortsansässigen Landwirten, den Forstbehörden und den zuständigen deutschen und belgischen Gemeinden die Entfernung der Fichten. Der offene Landschaftscharakter wurde wiederhergestellt und die Bachaue renaturiert. Viele der Wiesen werden heute wieder durch die Bauern gemäht. So konnte ein gefährdeter Lebensraum erhalten werden. Es geht offenbar – es geht „anders“: ein Thema, das uns bei MISEREOR nicht erst seit der Fastenaktion 2021 beschäftigt.

Seit den Schengener Abkommen (1985/1990) war die deutsch-belgische Grenze offen. Die Corona-Pandemie hat das geändert: Von März bis Juni 2020 wurde die Grenze offiziell geschlossen. Aktuell ist der Grenzübertritt „aus nicht notwendigen Gründen“ zwar möglich, aber unerwünscht. Doch die Menschen, die im Grenzort Lichtenbusch nachbarschaftlich zusammenleben, lassen sich durch das Corona-Virus nicht auseinanderdividieren. © Petra Gaidetzka

Nachdenken über Krieg und Tod

Auf dem Krönungsweg des Eifelvereins wanderte ich durch den Hürtgenwald. Mit diesem Waldgebiet ist für immer die Erinnerung an die verlustreiche Allerseelenschlacht 1944 verbunden. Sie kostete wahrscheinlich mehr als 32.000 Menschenleben. Selbst nach dem Krieg ging das Sterben im Hürtgenwald weiter, denn das Gebiet war stark vermint. Ich stieß auf meiner Wanderung immer wieder auf Zeugnisse der damaligen Ereignisse – von der Buche, in die ein junger Soldat aus Texas seinen Namen geritzt hat, bis zu den Erinnerungskreuzen am Waldrand. Die 17-Kilometer-Etappe führte mich durch einsame Landschaft, kaum ein Wanderer kam mir entgegen, denn der Tag war trüb und kalt. Der einsame Weg bot mir die Gelegenheit, über vieles nachzudenken, über junge Menschen, die vor ihrer Zeit sterben, und über die Mütter und Väter, die ihre Kinder betrauern – weltweit, bis auf den heutigen Tag, denn Krieg und Gewalt sind allgegenwärtig. Zum Beispiel an der russisch-ukrainischen Grenze, in Syrien, im Jemen, in der Tigray-Region, im Kongo und an vielen anderen Orten…

Hochmoor „Todtenbruch“: Viele Soldaten wurden nach den Kämpfen im Hürtgenwald vermisst; ihre sterblichen Überreste wurden nie gefunden. Doch einige Schicksale konnten aufgeklärt werden. Kampfmittelräumgruppen der Bundeswehr und Waldarbeiter bergen immer wieder menschliche Gebeine aus dem Moor. Ihre letzte Ruhe finden die Gefallenen dann auf einem Soldatenfriedhof in Deutschland oder Belgien. © Petra Gadetzka

Manche haben mich gefragt, wie denn mein „Geh-Beten“ funktioniert. Manchmal kommen mir vertraute Sätze in den Sinn, zum Beispiel der eine oder andere Psalmvers oder eine Vaterunser-Bitte. Oder es formen sich eigene Worte, Gedanken, Bitten in meinem Kopf, während ich gehe. Aber sehr viel häufiger ist mein Beten wortlos – es ist ein Gefühl der Verbundenheit mit der Natur, durch die ich wandere, es ist oft Dankbarkeit und manchmal, wie im Hürtgenwald, Trauer und Ohnmacht.

Der Hambacher Forst – Symbol des Kampfes für eine nachhaltige Energiepolitik

An meinem dritten Sonntag wanderte ich kreuz und quer über die Sophienhöhe, den „weltgrößten künstlichen Berg“, der in den 1970er Jahren mit der Eröffnung des Braunkohle-Tagebaus in Hambach entstand. Die auf den Braunkohleflözen liegenden Bodenschichten wurden abgetragen, über Förderbandanlagen durch den damaligen Hambacher Forst zum Gebiet der heutigen Sophienhöhe transportiert und dort aufgetürmt. „Dass die Menschen jetzt schon Berge bauen, hat mich beim Lesen erschüttert“, kommentierte eine Freundin meinen Bericht. Seit 1978 wurde die Halde mit einem artenreichen Mischwald aufgeforstet und es entstand ein ausgedehntes Naturschutz- und Naherholungsgebiet – aber durch den Tagebau wurde auch eine alte Kulturlandschaft zerstört; viele Dörfer verschwanden von der Bildfläche und der stattliche Hambacher Forst wurde von 40 Quadratkilometern auf fünf Prozent seiner einstigen Fläche, ganze zwei Quadratkilometer, dezimiert. Der Kampf um den kleinen Rest dieses Waldes, in dem 350 Jahre alte Hainbuchen und Stieleichen wachsen, ist zum Symbol des Widerstandes gegen die umwelt- und klimaschädliche Kohlewirtschaft geworden und steht für die Forderung nach einer Energiewende.

Viele Eindrücke, viele Themen, viele Gedanken. Ich freue mich, dass ich sie mit meinen Sponsoren und Sponsorinnen teilen kann. Viele fragen nach und feuern mich an – und manche haben auch schon auf meiner Aktionsseite gespendet, die hier verlinkt ist: Eigene Spendenaktion starten | MISEREOR

Dafür und für jede Form von Unterstützung ein herzliches Dankeschön!

Nach dem 20. Wandertag beträgt der Gesamtkilometerstand 266.


14. April 2021

Auch meine zweite Wanderwoche gestaltete sich abwechslungsreich: Sonne, Schnee, Regen und Graupel folgten schnell aufeinander und ein lebhafter Wind blies mir um die Nase. Drei Dinge sind beim Wandern wichtig: Ausrüstung, Schuhwerk und Moral. Die Ausrüstung muss wetterfest sein, das Schuhwerk wasserdicht. Und die Moral – die steigt von Tag zu Tag, so wie ja auch ein Fußball-Team im Turnier mit jedem Spiel besser wird (ausgenommen die deutsche Nationalmannschaft bei der WM 2018).

Klosterruine Heisterbach im Siebengebirge: „Gelobt seist du, mein Herr, durch jegliches Wetter“ – manchmal auch durch strahlenden Sonnenschein! © Petra Gaidetzka

Gelobt seist du, mein Herr, durch jegliches Wetter!“

Ich schrieb bereits, dass ich das Wandern auch ein wenig als Meditationsübung verstehe – Geh-Beten nenne ich das. Wenn sich der Himmel wieder einmal innerhalb weniger Minuten zuzog und die ersten Hagelkörner fielen, kam mir oft der Sonnengesang des Hl. Franz von Assisi in den Sinn. Besonders die vierte Strophe:

Gelobt seist du, mein Herr!

Durch Bruder Wind und die Luft,

durch bewölkten und heiteren Himmel und jegliches Wetter;

so erhältst du deine Geschöpfe am Leben.

„Gelobt seist du, mein Herr, durch jegliches Wetter“, wurde geradezu zu meinem Mantra, zum Beispiel auf der zweiten Etappe des Krönungsweges von Kornelimünster nach Zweifall, die von intensivem Regen begleitet wurde. Ich schwamm sozusagen durch den Wald und nahm seine Farben – Braun und Ocker, Grün in allen Schattierungen, Gelb und Rostrot, Grau und Schwarz – verstärkt wahr. Der Matschfaktor ist an solchen Tagen hoch. Abends wird die Wanderhose eingeweicht, am nächsten Tag die zweite Garnitur angezogen – und auf geht es zur nächsten Tour: durch das Vichtbachtal oder den Öcher Bösch am Kupferbach entlang, von Einruhr über die Eifelhöhen nach Dedenborn und von Abenden durch den Kühlenbusch zur Burg Nideggen…

Abenden im Rurtal unter einem apriltypisch dramatischen Himmel. © Petra Gaidetzka

Das Paradies liegt sozusagen vor der Haustür, an jeder Wegkehre öffnen sich neue Perspektiven und der kleinste Sonnenstrahl wird freudig begrüßt.

Auch Umwege führen zum Ziel

Das Paradies liegt vor der Haustür, aber wie es nun einmal so ist im Paradies: Dort lauert auch immer eine Schlange, die einen auf Irrwege führt. Diese Schlange versteckt sich zum Beispiel in manchmal missverständlichen Routenbeschreibungen oder sie hat mutwillig einen Wegweiser umgedreht. An der krummen Birke soll ich links abzweigen, sagt der Eifel-Wanderführer – doch ein solcher Baum ist nirgends zu sehen; wahrscheinlich inzwischen gefällt. Vor einer roten Bank auf einen Graspfad abbiegen – die Bank hat ihre Farbe längst verloren und der Pfad ist überwuchert. Der Wegemarkierung „12“ folgen – doch der Eifelverein hat die Route neu beschildert und ältere Wegzeichen entfernt. Das passiert ständig. So gerät man immer wieder auf Abwege, muss umkehren, den Weg neu suchen, dem eigenen Orientierungssinn mehr vertrauen als dem geschriebenen Wort.

Auf Um- und Irrwegen unterwegs bei Nideggen: „Zwei Brüder“ heißen diese beiden gewaltigen Buntandsteinfelsen unterhalb der Burg. © Petra Gaidetzka

Die zusätzlichen Strecken verbessern meine Kondition und die Kilometerbilanz des Tages. Oft denke ich, wenn ich wieder einmal einen Umweg gegangen bin, an die Arbeit der MISEREOR-Partner, die ich ja mit meiner Aktion unterstützen möchte: Da führt auch nicht immer der gerade Weg schnellstmöglich zum Ziel – stattdessen muss ausprobiert und nachjustiert werden, mancher Plan erweist sich als Sackgasse und dann kehrt man eben um und versucht es auf andere Weise. Ich finde es immer wieder faszinierend, wie kreativ und hartnäckig unsere Partner sind und dass sie sich auch von widrigen Umständen nicht unterkriegen lassen. Genauso wenig wie die Menschen, für die und mit denen sie arbeiten. Das motiviert mich, ebenfalls nicht aufzugeben und den Weg neu zu suchen, wenn ich ihn einmal verloren habe.

Lohnenswert: eine Wanderung über die Stolberger Kupferroute und ein Gang durch die Stolberger Altstadt. © Petra Gaidetzka

So wie unsere Partner – zum Beispiel in Bolivien, in Brasilien und anderswo – auf die Pandemie-Situation flexibel reagieren: Durch die corona-bedingten Beschränkungen, Kontakt- und Ausgangssperren können die Projektaktivitäten oft nicht so durchgeführt werden, wie sie geplant waren, aber man passt sich an die Rahmenbedingungen an. Man schaut, was geht und was die Menschen jetzt am nötigsten brauchen. Das kann die Grundversorgung mit Nahrungsmitteln, Wasser und Schutzausrüstung sein – in indigenen Sprachen wird über die elementaren Selbstschutzmaßnahmen informiert – oder es werden sogar Sauerstoffgeräte organisiert. Denn das öffentliche Gesundheitswesen ist vielerorts bereits am Ende seiner Kapazitäten angelangt.

Deshalb wandere ich bei jedem Wetter weiter, auch wenn zwischendurch einmal ein Muskel ziept. Nach Tag 14 sind bereits 171 Kilometer gelaufen, zwölf Wandertage liegen noch vor mir. Ich freue mich über jede Art von Unterstützung – auch ideeller Art – und bedanke mich herzlich bei meinen Sponsorinnen und Sponsoren!

Besucht gerne meine Aktionsseite: Eigene Spendenaktion starten | MISEREOR

Auf der Seite Spendenprojekt Brasilien-Bolivien – Landwirtschaft | MISEREOR erfahrt ihr mehr über „mein“ Projekt – „Landwirtschaft in der Stadt“ in bolivianischen und brasilianischen Großstädten – und könnt zwei Filme darüber anschauen.


7. April 2021

Rückblick: Im Frühjahr 2020 war ich drei Wochen lang „für MISEREOR“ zu Fuß unterwegs: zur Unterstützung der Corona-Nothilfe und der Fastenkollekte, die durch den Corona-Shutdown ins Wasser zu fallen drohte. 36 Sponsoren honorierten meine Wanderleistung. Nach 22 Wandertagen und 306 Kilometern betrug die phänomenale Spendensumme am Ende 7.080,40€!

Ein Jahr später befinden wir uns immer noch mitten in der Pandemie. Als die Ostertage näherrückten, meldeten sich einige Sponsoren aus 2020 bei mir und fragten: „Petra, schnürst du auch diesmal wieder die Wanderschuhe? Wann legst du los? Und können wir wieder mitmachen?“

Nach kurzem Nachdenken habe ich mich für eine Neuauflage der Wanderaktion entschieden. Allerdings gibt es einen kleinen, feinen Unterschied zum letzten Jahr: Diesmal laufe ich für ein konkretes Projekt. Zusammen mit meinen Sponsoren möchte ich das Stadtgärtnern in El Alto/Bolivien und verschiedenen brasilianischen Großstädten unterstützen. Auf meiner Aktionsseite, die ich hier verlinkt habe: Eigene Spendenaktion starten | MISEREOR und auf der Seite Spendenprojekt Brasilien-Bolivien – Landwirtschaft | MISEREOR kann man mehr darüber lesen.

Urban Gardening: Landwirtschaft in der Stadt © Petra Gaidetzka

Einkommen sichern und Gesundheit stärken mit Urban Gardening

„Urban Gardening“ liegt weltweit im Trend. In Ecuador habe ich es 2014 während einer Dienstreise kennengelernt und auch bei uns in Deutschland findet das Stadtgärtnern immer mehr Freunde. Auf kleinstem Raum bauen Menschen aus Armenvierteln in Brasilien und Bolivien Obst und Gemüse an: im eigenen Hinterhof, auf Brachen oder an Straßenecken. So verbessern sie die Ernährung ihrer Familien und mit dem, was sie nicht selbst verbrauchen, können sie ein kleines Zusatzeinkommen erwirtschaften. Besonders in Corona-Zeiten ist das eine wichtige Einkommensquelle, da viele andere Möglichkeiten weggebrochen sind. Außerdem haben Menschen, die chronisch mangelernährt sind, dem Virus wenig entgegenzusetzen. Auch hier zahlt sich der positive Effekt des Urban Gardening aus.

Auf dem Laufenden bleiben beim Spendenlauf

Und es gibt noch einen weiteren, nicht gerade kleinen Unterschied bei meiner Spendenwanderung im Vergleich zum letzten Jahr: Damals startete ich mit 14 Sponsoren; nach und nach kamen weitere 22 hinzu. Nun sind es gleich zu Anfang 37, die ich jeden Abend mit meinem Wanderbericht per WhatsApp oder E-Mail auf dem Laufenden halte. Und es dürfen gern noch mehr werden! Wer interessiert ist, kann über meine Aktionsseite spenden oder sich auch direkt bei mir melden, um das „tägliche Wanderbulletin“ anzufordern: gaidetzka[at]t-online.de.

Unterwegs bei jedem Wetter

Der dritte, auch nicht gerade kleine Unterschied, ist (leider) das Wetter: Man wird sich erinnern, dass der Frühling 2020 wettermäßig einfach gigantisch war (allerdings auch viel zu trocken) – bei angenehmen Temperaturen und strahlend blauem Himmel wandert es sich natürlich ganz anders als bei Schneeregen und schneidendem Wind. Nachdem der Frühling in der Karwoche 2021 ein kurzes Gastspiel gab, ist nun der Winter zurückgekehrt und wenn man den Meteorologen glauben darf, wird er uns und damit auch mir auf meinen Wanderungen bis über die Monatsmitte hinaus treu bleiben. Doch das wird mich nicht vom Wandern abhalten, es grenzt nur meinen Bewegungsradius etwas ein.

April 2021: Blütenpracht mit Schneehaube © Petra Gaidetzka

Unterwegs auf dem Krönungsweg von Aachen nach Bonn

In diesem Jahr plane ich unter anderem die zehn Etappen des Krönungsweges zu gehen. Dieser nördlichste Ost-West-Weg des Eifelvereins vollzieht den Weg nach, den die deutschen Könige des Mittelalters bis zu ihrem Krönungsort, der Aachener Marienkirche, zurücklegten. Eigentlich ist der Startpunkt Bonn; ich werde den Weg jedoch andersherum gehen und habe bereits die erste Etappe von Aachen nach Kornelimünster zurückgelegt. Es hat etwas Meditatives, bei dichtem Schneetreiben durch den Wald zu wandern! Heute werde ich allerdings durch die zunehmend sibirischer werdenden Wetterverhältnisse ausgebremst – denn die zweite Etappe hätte mich nach Zweifall in der Eifel geführt und es ist ungewiss, ob die Busverbindung Zweifall-Stolberg-Aachen nicht dem Schneechaos zum Opfer fällt. Daher wird heute eine kleinere Wanderung an die Stelle der zweiten Krönungsweg-Etappe treten. Aber gewandert wird jeden Tag: vor meiner eigenen Haustür, im Wurm- und Indetal, in der Voreifel, überall da, wo sich schöne Wege entdecken lassen. Denn wie heißt es so treffend: Es gibt kein falsches Wetter, sondern nur falsche Kleidung!

Auf dem Krönungsweg des Eifelvereins © Petra Gaidetzka

Wandern im „Geh-Bet“

Streckenweise gestalte ich meine Wanderung als Geh-Bet. Dabei begleitet mich ein kleines Büchlein, das mich schon seit ein paar Jahren inspiriert: „Wie Beten geht, wenn man geht“ – es ist ein Wegweiser, wie sich die sportliche und die spirituelle Dimension beim Wandern verbinden lässt, im Sinne einer ganzheitlichen „Body-and-Soul-Fitness“.


Gehmeditation ist kein Mittel zum Zweck. Sie ist selbst der Zweck. Jeder Schritt ist Leben, jeder Schritt ist Frieden und Freude.“

Thích Nhåt Hanh

Beim Wandern kann ich die Menschen in Bolivien und Brasilien, die durch das Projekt „Landwirtschaft in der Stadt“ eine wirtschaftliche Perspektive erhalten, ins Gebet – oder besser: „Geh-Bet“ – nehmen. Und natürlich alle, die mich virtuell begleiten: meine Sponsoren, Familienmitglieder, Freundinnen und Freunde, Kolleginnen und Kollegen, alle, die mich finanziell oder moralisch unterstützen.


Spendenwanderung unterstützen

Hier geht es zur Spendenaktionsseite von Petra Gaidetzka ►

Geschrieben von:

Gast-Autorinnen und -Autoren im MISEREOR-Blog.

1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. Du schreibst so schön: Alle Wetter!
    Jetzt muss ich aber doch noch eine Kleinigkeit für Boliviens Urban Gardening.

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