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Wie Projektarbeit Leben verändert

Am heutigen Internationalen Tag für die Beseitigung der Armut möchten wir aufzeigen wo es Menschen gelingt, nach durchlebter Flucht und traumatisierenden Erfahrungen Perspektiven zu entwickeln. Misereor unterstützt verschiedene Initiativen, die anderen Mut machen, ihr Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen.

Ein Beispiel dafür ist die ermutigende Arbeit der Partnerorganisation Jesuit Refugee Service (JRS). Seit vielen Jahren arbeitet der Flüchtlingsschutz des Jesuitenordens JRS in Südafrika mit geflohenen Frauen. Sie kommen aus dem Kongo, Angola oder Mosambik und sie vereint der Wunsch nach Frieden, Stabilität und Sicherheit. Leben möchten sie in Freiheit: Hierzu gehört neben der Freiheit von Gewalt auch die Teilhabe am öffentlichen Leben sowie wirtschaftliche Unabhängigkeit, die sie sich erarbeiten wollen.

JRS unterstützt die geflüchteten Frauen deshalb bei der Suche nach einer passenden Ausbildungsstelle. Die Organisation leistet psycho-soziale Betreuung und Begleitung, wenn Menschen Traumata und Gewalterfahrungen überwinden müssen. Darüber hinaus werden die Absolventinnen von Ausbildungsprogrammen bei der Existenzgründung unterstützend begleitet. Regelmäßig berichten unsere Partner uns über die Menschen, deren Schicksale hinter den nackten Zahlen verborgen sind. Wir möchten an dieser Stelle einige der Erfolgsgeschichten mit Ihnen teilen:

Nyasha Nyangombe,
Zimbabwe

Nyasha Nyangombe (l.) kann durch die Unterstützung von JRS endlichen ihren Traumberuf ausüben: In einem Studio im Osten von Pretoria arbeitet sie heute als Massagetherapeutin. © privat

„Ich bin eine der Frauen, die durch die wunderbare Arbeit und Liebe von JRS gestärkt und gefördert wurde. Als ich zu JRS kam, stand ich an meinem persönlichen Nullpunkt und hatte keine Ahnung, wie ich meine Familie ernähren soll. JRS hat mich zu diesem Zeitpunkt aufgefangen und mir eine Karriere ermöglicht, auf die ich sehr stolz bin!

Ich habe immer davon geträumt, Nageldesignerin oder Massagetherapeutin zu werden, aber ich hatte nie genügend Geld, um mich für eine entsprechende Ausbildung anzumelden. Dann lernte ich JRS kennen und mein Leben änderte sich um 180 Grad: ich wurde von einer Straßenverkäuferin zur Nageldesignerin!

Ich danke JRS, dass sie in einem hoffnungslosen Moment an mich geglaubt und mir eine großartige Chance gegeben haben. Sie haben mich von der Straße geholt und mir einen Platz in einem der schönsten Schönheitssalons im Osten von Pretoria gegeben.“

Gigy Mbo Mokango,
Demokratische Republik Kongo

Für Gigy Mbo Mokango (r.) bedeutet die Ausbildung bei JRS mehr als nur die Möglichkeit einer handwerklichen Weiterbildung, sondern auch einer persönlichen. © privat

„Ich bin Gigy Mbo Mokango, 40 Jahre alt und die Mutter von drei Kindern. Bevor ich zu JRS kam habe ich damit gekämpft, mich selbst zu finden und die Herausforderungen zu bestehen, denen ich als Geflüchtete ausgesetzt war. Ich wusste nicht, welchen Weg ich gehen sollte, um mich selbstständig und unabhängig um das Wohl meiner Familie kümmern zu können.

Drei Jahre hintereinander habe ich mich also für einen Ausbildungsplatz bei JRS beworben, dann hat es endlich geklappt. Welch ein Privileg, an der Ausbildung teilnehmen zu dürfen!

JRS hat mich in diese strahlende, widerstandsfähige, selbstbewusste, durchsetzungsfähige und entschlossene Frau verwandelt, die ich heute bin. Ich werde ihnen immer dankbar dafür sein, dass sie meinem Leben einen neuen Sinn verliehen haben!“

Tshepiso Msimanga,
Südafrika

Während der fachlichen Ausbildung können die Auszubildenden auch viele zwischenmenschliche Erfahrungen machen. © privat

„Ich hatte gerade durch die Corona-Pandemie meinen Job verloren, als ich von der Ausbildungsschule von JRS hörte. Also habe ich mich dafür beworben und angemeldet. Seitdem habe ich viele neue Fähigkeit erlernt, die mir helfen einen Job zu finden und meine Familie zu unterstützen. Bei der Ausbildung habe ich jedoch nicht nur die handwerklichen Fähigkeiten erlernt, die ich für den Einstieg ins Berufsleben benötige, sondern auch jene Softskills, mit denen ich mich als Profi präsentieren kann. So hat mir die Ausbildung bei JRS dabei geholfen, meinen ersten Job in der Schönheitsbranche zu bekommen – ein Bereich, der mir sehr am Herzen liegt!

An der Schule hat mir außerdem wirklich gut gefallen, auf welche Art junge Frauen wie ich dort unterstützt wurde. So bekommt man zum Beispiel Transport- und Lebensmittelgutscheine. Ich habe außerdem für vier Monate Wohngeld erhalten, weil ich mir keine Unterkunft leisten konnte. Mit dieser Unterstützung ist es mir gelungen, meinen gewalttätigen Partner zu verlassen. In dieser Zeit wurde ich auch viel beraten, was mich ebenfalls stärker gemacht hat.“

Mary Yasere,
Nigeria

Die Ausbildung bei JRS hat Mary Yasere ein finanziell unabhängiges Leben ermöglicht. © privat

„Bevor ich zu JRS kam habe ich unter schwierigen Bedingungen gelebt. Ich hatte keine Ausbildung und somit keine speziellen Fähigkeiten. So war ich auf der Suche nach einem Job, als ich zur JRS kam – Das hat alles verändert!

Ich habe viel gelernt, ich bin selbstbewusster geworden und stolz auf die Frau, die ich heute bin. Auch mein Mann und meine Kinder können stolz auf mich sein!

Dank JRS kann ich nun zu Recht von mir sagen, dass ich eine unabhängige Frau bin: Endlich bin ich berufstätig und verdiene mein eigenes Geld. Gott segne den Tag, an dem ich zu JRS gekommen bin!“


Weitere Informationen

Auch im Nahen Osten leistet der Misereor-Partner JRS Sozial- und Bildungsarbeit. Die Programme dort richten sich in erster Linie an Kinder und Jugendliche. Informieren Sie sich jetzt über die Projektarbeit und helfen Sie mit Ihrer Spende.

Geschrieben von: und

Julia Stollenwerk arbeitet als Online-Redakteurin bei Misereor.

Gast-Autorinnen und -Autoren im Misereor-Blog.

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