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Neuer Weltklimarat-Bericht: Die Zukunft ist Er-Neuerbar

Seit September letzten Jahres hat der Zwischenstaatliche Ausschuss über Globale Klimaveränderungen (IPCC) seine drei Teile zu den Ursachen (Teil 1) und Folgen des Klimawandels (Teil 2) und Handlungsoptionen (Teil 3) vorgestellt. Nun verkündet der dritte Bericht: Klimaschutz ist machbar und – im Vergleich mit einer Wirtschaftsweise, die auf ein „weiter wie bisher“ setzt –global betrachtet sogar volkswirtschaftlich lohnend!

Der aktuelle Bericht des Weltklimarat IPCC wurde der Öffentlichkeit am 13.April 2014 präsentiert.

Der aktuelle Bericht des Weltklimarat IPCC wurde am 13.April 2014 präsentiert.

Die Warnungen der mehr als 800 beteiligten Wissenschaftler sind deutlich: Wenn die Menschheit weiter macht wie bisher, werden die globalen Durchschnittstemperaturen bis zum Ende dieses Jahrhunderts um 3,7 bis 4,8 Grad  Celsius ansteigen. Dies würde bereits erzielte Entwicklungserfolge in Entwicklungsländern empfindlich gefährden und Millionen von Menschen in die Armut treiben. Zwar bestehen viele Möglichkeiten zur Anpassung an die Veränderungen, sie können allerdings nur wirken, wenn die Erderwärmung massiv begrenzt wird.

Nun verkündet der dritte Bericht: Die Erderwärmung ist noch auf unter 2° Celsius begrenzbar. Klimaschutz ist machbar und – im Vergleich mit einer Wirtschaftsweise, die auf ein „weiter wie bisher“ setzt –global betrachtet sogar volkswirtschaftlich lohnend.

Es gibt sie also – die andere Zukunft. Um die Treibhausgase auf ein entsprechendes Niveau zu stabilisieren, müssten bis 2050 bis zu 70 % weniger Treibhausgase emittiert werden. Bis zum Ende des Jahrhunderts könnte die Welt nahezu ohne fossile Energieträger auskommen. Dreißig Milliarden US Dollar pro Jahr müssten aus dem fossilen System abgezogen, Investitionen in grüne Energien zudem mindestens verdoppelt werden.

Diese bloßen Zahlen verraten nichts anderes, als dass Kohle und Erdöl als Energieträger der Menschheit ausgedient haben. Die Zukunft ist – mit Gas als Brückentechnologie – effizienter und erneuerbar.

Derweil schwindet der Wille zum Klimaschutz weiter – auch im selbsternannten Vorreiterland Deutschland – in den Dringlichkeiten des politischen Alltags. Die viel beschworene Energiewende ist derzeit nur eine Stromwende in der die Risikotechnologie Kernenergie ausgerechnet durch den klimaschädlichsten Energieträger Braunkohle ersetzt wird. PolitikerInnen von der bayerischen CSU bis hin zur Nordrheinwestfälischen SPD verkünden, dass der Ausbau der Erneuerbaren gedrosselt werden müsse. Auf EU Ebene wird auf die nicht-Aktivitäten der anderen Staaten verwiesen.

Dabei machen die Ergebnisse des IPCC deutlich: Die Zeit, auf die Verantwortung anderer zu pochen ist vorbei. Es ist die Zeit gekommen, in der alle Regierungen und insbesondere die der Industrieländer alle eigenen Möglichkeiten zum Klimaschutz ausschöpfen müssen.

Eine Hoffnung bleibt: Klimaschutz ist kein Streitpunkt zwischen den poltischen Kräften sondern innerhalb der Parteien. Das gilt für Deutschland wie für andere Länder. Im Süden wie im Norden. Wirksame politische Allianzen sind also möglich. Lasst sie uns – in Nord und Süd – einfordern.


Informieren

www.misereor.de/klimawandel

www.ipcc.ch

http://www.scilogs.de/klimalounge/

www.klimaretter.info

http://www.ipcc14.de/


Autor:

Anika Schroeder arbeitet als Referentin für Klimawandel und Entwicklung bei MISEREOR in der Abteilung Politik und Globale Zukunftsfragen. Dort setzt sie sich für mehr und vor allem gerechtere Klimapolitik in Deutschland und auf internationaler Ebene ein.

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