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Bayer-Monsanto: Wettbewerbsbehörde Südafrika genehmigt Fusion

Damit die Fusion zwischen Bayer und Monsanto zustande kommen kann, muss sie von Kartellbehörden in mehr als 30 Ländern genehmigt werden. Die südafrikanische Behörde hat ihre Entscheidung am 8. Mai 2017 veröffentlicht. Organisationen wie das African Centre of Biodiversity (ACB) hatten Vorab versucht, die Behörde auf die Marktkonzentration und die Folgen für die Landwirtschaft und Ernährung aufmerksam zu machen. Bayer und Monsanto gehören zu den größten Akteuren in Südafrikas Saatgut- und Agrochemieindustrie. 

Mariam Mayet, Leiterin des African Centre of Biodiversity (ACB)

Die Fusion der beiden Konzerne würde zu einem Monopol für gentechnisch verändertes Baumwollsaatgut führen. Insgesamt ist mehr als 90% des Saatguts für den südafrikanischen Baumwollanbau gentechnisch verändert. Aus diesem Grund macht die Wettbewerbsbehörde Bayer zur Auflage, sich weltweit von der Saatgut-Marke „LibertyLink“ und dem dazugehörigen Herbizid „Liberty“ zu trennen. Mariam Mayet, Leiterin des African Centre of Biodiversity (ACB), betont: Die Auflagen ändern nichts an der Problematik der Fusion und der wachsenden Konzernmacht über Landwirtschaft und Ernährung.„Durch den Verkauf an eine andere Firma, die dann das kommerzielle Saatgut und Agrarchemikalien in Südafrika verkaufen wird, ändert sich nichts an der bestehenden Situation […]. Alternative Landwirtschaftsformen werden nicht berücksichtigt. Die Schlüsselfaktoren bleiben gleich: Es geht um wirtschaftliche Vorteile für große Unternehmen und die Vereinheitlichung des Ernährungssystems. Für Kleinbauern bedeutet das höhere Preise für Saatgut und Betriebsmittel, geringere Auswahl an Produkten und niedrigere Gewinne. Verbraucher und Verbraucherinnen kriegen stark verarbeitete Lebensmittel angeboten, die sich in ihren Zutaten kaum voneinander unterscheiden und vor allem aus billigen Kohlenhydraten hergestellt werden.“

Weitere Länder mit großem Markt für kommerzielles Saatgut und Pestizide sind u.a. Indien, Brasilien und Argentinien. In Indien läuft das Verfahren noch, in Argentinien wird die Entscheidung im Frühjahr 2018 erwartet. Auch von der EU Wettbewerbskommission muss die Fusion noch geprüft werden.


MISEREOR zur Fusion von Bayer und Monsanto

Es ist die größte Übernahme, die ein deutscher Konzern je getätigt hat: Im September 2016 kündigte das Agrochemie-Unternehmen Bayer an, den US-Saatgut- und Pestizidhersteller Monsanto zu übernehmen. „BaySanto“ würde damit zum größten Anbieter für Saatgut und Pestizide weltweit – mit enormem Einfluss auf unsere Landwirtschaft, Ernährung und Umwelt. Bäuerinnen und Bauern weltweit brauchen deshalb nicht nur die Unterstützung durch die Politik, sondern auch durch Verbraucherinnen und Verbraucher – informieren Sie
sich und zeigen Sie Ihre Solidarität!

Unter www.saat-fuer-vielfalt.de informieren wir über die Folgen der wachsenden Konzernmacht für Kleinbäuerinnen und Kleinbauern wie in Paraguay und stellen Alternativen für unsere Welternährung vor, die ohne Chemie und Gentechnik funktionieren und uns alle satt machen können.

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Autor:

Gast-Autoren im MISEREOR-Blog.

1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. Das beste Mittel gegen die Vergiftung durch Megakonzerne ist die Förderung des ökologischen Landbaus, der für Arten- und Sortenvielfalt sowie für den standortgerechten Anbau steht und die Risiken neuer, unbekannter Verfahren ausschließt und darüber hinaus die Produzenten vor den mafiösen Strukturen dieser Großkonzerne schützt.

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