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„Ich glaube, dass ich für einen Auftrag hier auf der Welt bin“

Schwester Dr. Beena Madhavath. Indien. Ordensfrau. Ärztin. Will Gesundheitsfürsorge für diejenigen erschwinglich machen, die in den städtischen Slums, abgelegenen Dörfern und Stammesgebieten Indiens leben.

© privat

Das sind meine Wurzeln

Ich bin in einem kleinen Dorf, Gandibagilu, im indischen Bundesstaat Karnataka aufgewachsen. Dass ich in eine traditionelle katholische Familie hineingeboren wurde, half mir, in der Liebe zu Gott und zum Nächsten aufzuwachsen. In einem Dorf groß zu werden, ermöglichte mir, Gelassenheit und Einfachheit in mein eigenes Leben zu bringen. Es half mir auch, die Not der Menschen in abgelegenen Dörfern zu verstehen, wo technischer Fortschritt noch nicht angekommen ist.

Das verleiht mir Flügel

Mein Vertrauen in Gott und die feste Überzeugung, dass Gott eine Bestimmung für mich hat, geben mir den Enthusiasmus, im Leben voranzugehen. Die Liebe und Unterstützung meiner Eltern und Geschwister motiviert mich. Ich bin überzeugt, dass die medizinische Ausbildung, die ich erhielt, mir entscheidend geholfen hat, hoch hinaus zu fliegen. Ebenso die Möglichkeiten, die mir die Kongregation eröffnete. Die Zuneigung und Ermutigung von Freunden erfüllen mich mit Freude. Das Vertrauen in meine eigenen Stärken und Talente treibt mich an, mein Bestes zu geben, indem ich mich für den Dienst an der Menschheit zur Verfügung stelle. Mein Motto, im Dienst der bedürftigen Menschheit zu stehen, hilft mir, Menschen in Not eine helfende Hand zu reichen.

Dafür setze ich mich ein

Ich glaube, dass ich für einen Auftrag hier auf dieser Welt bin. Ich bin überzeugt, dass ich als Schwestern-Ärztin eine sehr wichtige Rolle im Gesundheitswesen Indiens zu spielen habe, insbesondere für diejenigen, die arm sind und an den Rand unserer Gesellschaft gedrängt werden. Es ist mein Traum, die Gesundheitsfürsorge für diejenigen zugänglich und erschwinglich zu machen, die in den städtischen Slums, abgelegenen Dörfern und Stammesgebieten Indiens leben und kaum Zugang zu medizinischer Grundversorgung haben. Wir leben heute in einer Zeit, in der die Gesundheitsversorgung weltweit außerordentlich komplex geworden ist. Die Balance zwischen Qualität und Kosten, Technologie und Menschlichkeit, Stadt und Land zu halten, stellt immer höhere Anforderungen an das Gesundheitssystem. Inmitten dieser Herausforderungen ist es meine Vision, Grundwerte wie eine mitfühlende, erschwingliche und qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung, insbesondere am Rande der Gesellschaft, zu erhalten.

Meine Arbeit ist getan, wenn…

… wir in der Lage sind, den mehr als einer Milliarde Indern eine mitfühlende, erschwingliche und qualitativ hochwertige und ganzheitliche Gesundheitsversorgung zu bieten. Für Schwestern-Ärztinnen ist es nicht nur ein Beruf, sondern eine Mission, Ärztin zu sein. Sie folgen den Spuren des göttlichen Heilers Jesus, um Leiden zu lindern und den kranken Menschen Gesundheit und Ganzheit zurückzugeben. Sie haben keine kommerziellen Interessen oder Gewinnabsichten und wachsen zu Führungspersönlichkeiten heran. Führungspersönlichkeiten, die nicht nur Patienten behandeln, sondern ihre Zeit dafür einsetzen, Veränderungen im indischen Gesundheitssystem herbeizuführen. Der Lehrplan für die Ausbildung von Führungskräften muss auch strategisches und positives Denken, Entscheidungsfindung, Problemlösungsfähigkeiten und die Erweiterung der Vision enthalten.

Frauen können …

… eine Quelle der Güte, ein Ozean des Mitgefühls und ein Leuchtfeuer der Hoffnung sein. Frauen können ein Instrument der Heilung und eine Quelle des Trostes sein. Wir können die Welt zum Besseren verändern. Ihr Mut, ihre Hingabe, ihre Entschlossenheit und ihre Opfer bringen immer die gewünschten Ergebnisse. Führungsfrauen können Trägerinnen des Wandels in Familien, Gesellschaften und Nationen sein. Starke weibliche Führungspersönlichkeiten können den Lauf der Geschichte verändern.


Hintergrund

Schwester Dr. Beena Madhavat ist…

… engagierte Ärztin
Sie gehört der „Congregation of Ursulines of Mary Immaculate“ an. Derzeit ist sie stellvertretende Direktorin des „Holy Family“-Krankenhauses in Mumbai und arbeitet als beratende Gynäkologin. Zu Beginn der COVID19-Krise war das Krankenhaus eines der ersten in Indien, das Maßnahmen zur Infektionskontrolle ergriff.

… motivierende Lehrerin
Darüber hinaus ist sie Dozentin des DNBE, einem postgradualen medizinischen Lehrprogramm in Indien. Wie sie sagt, ermutigt sie ihre Studierenden, ihre Forschungsarbeiten am jährlichen Forschungstag sowie für staatliche Konferenzen zu veröffentlichen, ethische medizinische Praxis zu praktizieren und eine patientenzentrierte Betreuung zu entwickeln. Kontinuierlich erinnert sie sie daran, einen mitfühlenden und humanen Umgang mit Patienten zu entwickeln.

… Präsidentin des „Sister Doctors Forums of India”

Die MISEREOR-Partnerorganisation ist eine Vereinigung von rund 1.000 Schwestern-Ärztinnen, die etwa 105 Ordenskongregationen angehören. Die Mehrheit der Schwestern-Ärztinnen ist in den Fachgebieten Gynäkologie, Pädiatrie, Medizin und Chirurgie qualifiziert. Die meisten von ihnen haben ihr Leben in den Dienst der Menschen am Rande der Gesellschaft gestellt, indem sie vor allem in den ländlichen und Stammesgebieten Indiens die Gesundheitsversorgung verbessern und präventive, heilende, fördernde und palliative Pflegedienste leisten. Schwester Dr. Beena Madhavat betreut u.a. die Ausbildung der Schwesternärztinnen.


Sie sind Visionärinnen. Kämpferinnen. Trägerinnen von Entwicklung. Sie sind „Starke Frauen“. In unserer Reihe stellen wir sie und ihre Geschichten vor.

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Geschrieben von:

Nina Brodbeck arbeitet bei MISEREOR in der Abteilung Kommunikation.

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