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Alternativ zu COP 20: Der Gipfel der Völker

Cumbre de los Pueblos

Cumbre de los Pueblos

MISEREOR-Referentin Susanne Breuer berichtet vom „Cumbre de los Pueblos“, dem „Gipfel der Völker“. Es ist die Alternativveranstaltung zu COP 20.

In diesen Tagen sind wieder tausende Menschen zu den internationalen Klimaverhandlungen (COP) zusammengekommen. Es ist das 20. Mal. Peru gilt als eins der Länder, das am verletzlichsten gegenüber den Folgen des Klimawandels ist. Die Regierung hat zwar schon zahlreiche Maßnahmen ergriffen, dennoch haben die Folgen des Klimawandels – besonders das Abschmelzen der Gletscher – bereits dramatische Auswirkungen auf das Leben der Menschen.

Die Wasserversorgung der Küstenregion, in der die meisten Peruaner leben, ist mittel- bis langfristig gefährdet, denn das Wasser der Gletscher speist die Flüsse, die den Süßwasservorrat der Küstenregion bilden. Auch sind viele extreme Wetterereignisse zu spüren – ausgedehntere Dürren und darauffolgende extreme Regenfälle, die zu Überschwemmungen führen.

Dass diese Probleme auf der offiziellen COP 20 tatsächlich angegangen werden, das bezweifeln viele Aktivisten. „Die Verhandlungen sind viel zu wenig demokratisch und weit entfernt von den Bedürfnissen und Interessen der Menschen“, sagt etwa Juan Pablo Soler von Censat Agua Viva – Friends of the Earth Kolumbien.

Cumbre de los Pueblos

Deshalb haben Nichtregierungsorganisationen und Aktivisten mit dem „Cumbre de los Pueblos“, dem „Gipfel der Völker“ eine Alternativveranstaltung zur COP gegründet. Die wenigsten glauben hier, dass die Regierungsvertreter auf der COP Lösungen aushandeln, die den Interessen und Bedürfnissen vor allem der marginalisierten Menschen im Land entsprechen. Der „Cumbre de los Pueblos“ ist stark geprägt von grundsätzlicher Kritik am vorherrschenden Wirtschaftsmodell – die Menschen spüren vor allem die negativen Auswirkungen von Bergbau, Agrarindustrie und Staudammbauten – und sie wollen sich dagegen wehren.

Sie wollen ihre zum Teil traditionellen Lebensweisen erhalten und auf Basis dieser Lebensweisen einen anderen Entwicklungsweg einschlagen. Ihr Lebensstil schütze die Natur bereits viel mehr als jegliche Vereinbarungen, die auf der COP getroffen werden könnten, zur Emissionsreduzierung. Sie suchen nach alternativen Entwicklungswegen, die die Rechte der Bevölkerung respektieren, und den Zugang zu Ernährung, Energie und Bildung u. a. ermöglichen. So sind auch zahlreiche indigene Völker aus vielen Teilen Perus, aber auch aus Bolivien, USA und anderen Teilen der Welt vertreten. Sie sind diejenigen, die am meisten unter den Folgen des Klimawandels und den negativen Auswirkungen eines aggressiven Kapitalismus leiden.

„Der Klimawandel ist ein gesellschaftliches Problem“

Alle sind sich einig, dass eine grundsätzliche, ja radikale Transformation des vorherrschenden Entwicklungsmodells notwendig sei, wenn man den Planeten und das Leben einer wachsenden Bevölkerung auf dieser Erde noch retten will. Und man muss bald handeln. Die unglaublichen Dynamiken der auf Neo-Extraktivismus ausgerichteten Volkswirtschaften in Lateinamerika führen zu zahlreichen Menschenrechtsverletzungen, Vertreibung von traditionellen Gemeinschaften, zu sozialen Konflikten und  enormer Zerstörung von Umwelt und Natur. Vor allem die ländliche Bevölkerung leidet sehr unter den Folgen und ihnen werden keine Alternativen geboten.

„Das Problem des Klimawandels“, sagt Tania Ricaldi von der Grupo de Trabajo de Cambio Climático y Justicia Social aus Bolivien, „ist vorwiegend kein technisches Problem, sondern ein gesellschaftliches.“ Ob das auf der offiziellen COP auch so gesehen wird, bleibt fraglich. „Es sei kein Zufall, dass in Lima auch der Ort der offiziellen COP und der Ort der Cumbre de los Pueblos weit auseinanderlägen – nicht nur physisch gesehen“, sagt Juan Pablo Soler von Censat Agua Viva – Friends of the Earth Kolumbien.


Weitere Informationen

  •  COP 20: Mehr zur Karawane aus Cajamarca anlässlich der Proteste am Tag der Menschenrechte finden Sie hier.
  • Einen Überblick über die Finanzierungsmittel für den Klimaschutz gibt es hier

Autor:

Gast-Autoren im MISEREOR-Blog.

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