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Bayer-Monsanto: Bauern in Bangladesch fühlen sich betrogen

Dreiviertel der Bevölkerung in Bangladesch lebt auf dem Land, jeder Zweite arbeitet in der Landwirtschaft. Ein Großteil der Menschen sind Kleinbäuerinnen und -bauern, Wanderarbeiter oder Tagelöhner. Reis ist vor Jute und Weizen die wichtigste Nutzpflanze und Hauptnahrungsmittel – doch das wird zunehmend teurer. Mit dem Vormarsch großindustrieller Agrarkonzerne in den 60er Jahren dominiert ihr Saatgut, Kunstdünger und ihre Pestizide die Landwirtschaft Bangladeschs. Heute sind die Böden ausgelaugt, die Ernteerträge sinken.

Sukanta Sen, Mitbegründer und Leiter von BARCIK, Bangladesh. Foto: MISEREOR

Das Bangladesh Resource Centre for Indigenous Knowledge (BARCIK), bestehend aus einem interdisziplinären Team von Sozialarbeiterinnen und -arbeitern, Agrartechnikern, Menschenrechtlern und anderen Experten, unterstützt die Bäuerinnen und Bauern in Bangladesch in ihrem Kampf gegen Armut, Hunger und die Folgen des Klimawandels. Zudem vertritt BARCIK ihre Interessen in der Agrar- und Anpassungspolitik gegenüber Behörden und der eigenen Regierung. Sukanta Sen, Mitbegründer und Leiter von BARCIK, spricht bei seinem Besuch in Deutschland über die Folgen der geplanten Fusion des Agrochemieginganten Monsanto mit der Bayer AG für sein Land:

„Über die geplante Fusion von Bayer mit Monsanto habe ich erst in Deutschland erfahren – obwohl beide Konzerne bei uns große Player sind. Monsanto macht überall in Bangladesch aggressiv Werbung für seine Produkte; über das Radio, große Werbeplakate, Fernsehspots und auch über die staatliche Agrarberatung. Da Monsanto seine Produkte, Pestizide und  Saatgut, über lokale Händler und die Agrarberater der Regierung anbietet, wissen viele Bauern nicht, von wem die Produkte stammen, die sie kaufen. Was sie auf ihrem Feld versprühen, ob es geeignet ist und worauf sie bei der Anwendung achten müssen. Viele Bauern fühlen sich betrogen oder falsch beraten, weil sie Saatgut bekommen, das sie nicht wiederverwenden können: jedes Jahr muss es zur Aussaat neu gekauft werden. Sie haben auch beobachtet, dass die Preise zeitweise durch Verknappung des Angebots durch den Handel zusätzlich künstlich in die Höhe getrieben werden. BARCIK führt, gemeinsam mit anderen Organisationen in Bangladesch, jedes Jahr eine Aufklärungskampagne über Konzerne wie Monsanto durch, um darauf aufmerksam zu machen, dass Saatgut als Allgemein- und Tauschgut für Bäuerinnen und Bauern wichtig ist. Wenn Saatgut in den Händen Weniger zur Ware wird, heißt das, dass sich die Bauern immer abhängiger machen. Wenn Landwirte aber ihr eigenes Saatgut anbauen und tauschen können heißt das, unabhängiger zu sein.“


MISEREOR zur Fusion von Bayer und Monsanto

Gelingt die Fusion von Bayer mit Monsanto,  würde „BaySanto“ zum größten Anbieter für Saatgut und Pestizide weltweit; mit enormem Einfluss auf unsere Landwirtschaft, Ernährung und Umwelt. Bäuerinnen und Bauern weltweit brauchen deshalb nicht nur die Unterstützung durch die Politik, sondern auch durch uns Verbraucherinnen und Verbraucher. Informieren Sie sich unter www.saat-fuer-vielfalt.de über die wachsende Macht der Konzerne und zeigen Sie Ihre Solidarität! Fordern Sie jetzt die EU auf, die Fusion von Bayer und Monsanto abzulehnen. Schicken Sie dafür eine Protest-E-Mail an EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager und  fordern Sie sie auf, Konzernmacht zu begrenzen und alternative Landwirtschaftsmodelle zu fördern!

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Autor:

Gast-Autoren im MISEREOR-Blog.

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