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Simbabwe: Mugabes Trauerfeier in der Dürre

Seit der Absetzung des langjährigen simbabwischen Präsidenten und Diktators Robert Mugabe am 19. November 2017, die auf den Straßen Simbabwes gefeiert wurde, war es ruhig geworden. Um den alten Herrscher, und um die neuen Hoffnungen. Die seit etwas mehr als einem Jahr bestehende Regierung des langjährigen Mugabe-Mitstreiters Emmerson Mnangagwa hat keine Hoffnungen erfüllt. Im Gegenteil, der ökonomische Niedergang des Landes, und das Leiden der lokalen Bevölkerung befindet sich weiterhin in einer Endlosspirale.

Durch Zyklon Idai zerstörtes Dorf, begraben unter Steinmassen in Chimanimani I Simbabwe © Philipp Günther

Zudem wird es in Simbabwe immer heißer. Auch wenn Teile im Osten des Landes im März durch den Zyklon Idai schwer überschwemmt wurden, fehlt in weiten Regionen des Landes  schon im zweiten Jahr in Folge der Regen, so dass das Land unter einer extremen Dürre leidet.

Die letzten Wasserreserven im Umreis von 20 km im Matabeleland I Simbabwe © Philipp Günther

Wasserdämme trocknen aus, Vieh verendet und die landwirtschaftliche Produktion hat einen Tiefststand erreicht. Selbst in Simbabwes Hauptstadt Harare bricht die Wasserversorgung zusammen und die Menschen sind auf alte Brunnen und selbst gegrabene Wasserlöcher in Flüssen angewiesen.

Verunreinigtes Grundwasser, geschöpft aus altem Brunnen in Simbabwe © Philipp Günther

Die Hälfte aller Menschen und mehr als 60 % der Kinder in Simbabwe leidet aktuell unter Hunger und hat keinen Zugang zu Trinkwasser.

Die Preise für Nahrung, Medikamente und Trinkwasser sind in die Höhe geschossen. Die Menschen funktionieren nur noch in desaströsen Denkszenarien. Viele nehmen die Lage wie schon seit Langem mit Galgenhumor, aber das überspielt nur die eigentliche Situation.

In diese Zeit fällt die Nachricht vom Tod des alten Langzeitherrschers Mugabe. Das Ereignis wurde vielmals mit Achselzucken kommentiert, denn ihm wird keine Träne nachgetrauert. Die Fernsehbilder von einem mit High-Tech ausgestatteten Sarg und der Fakt, dass für seine Trauerfeier Geld aus öffentlichen Kassen bereitgestellt wurde, um Busse vollzutanken, seine Anhänger voll zu verköstigen und sie mit Tagegeldern ausgestattet aus allen Landesteilen nach Harare zu schicken, führt zu großem Unfrieden in der Bevölkerung. Die normalen Menschen können es kaum fassen, da sonst keinerlei Ressourcen für Nahrung, Bildung oder Wasser freiwillig bereitgestellt wird, und das gerade in Zeiten der Dürre.

Die letzte Handpumpe mit versalztem Grundwasser für Mensch und Tier im Matabeleland I Simbabwe © Philipp Günther

Doch eines ist auch weiterhin klar: Die Menschen glauben an ihr Potential und wissen, dass es im Falle einer positiven Politikführung ein anderes, besseres Leben für alle in Simbabwe geben kann.

Über den Autor: Philipp Günther arbeitet für MISEREOR als Berater für nachhaltiges ländliches Wassermanagement.

Autor:

Gast-Autoren im MISEREOR-Blog.

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