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MISEREOR global: Verbindungsstelle Südsudan

Ganz nah dran – an den Menschen vor Ort. Das ist die Grundidee hinter den Dialog- und Verbindungsstellen von MISEREOR. Diese dienen in Ländern des globalen Südens dazu, die Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen vor Ort zu stärken. Doch wer sind die Gesichter hinter den Verbindungsstellen? Welche Arbeitsschwerpunkte haben sie? In kurzen Selbstporträts stellen wir Menschen vor, die für MISEREOR vor Ort den partnerschaftlichen Dialog pflegen und konkret Hilfestellung leisten, wenn es darauf ankommt. Den Auftakt macht Uwe Bergmeier, der die Dialog- und Verbindungsstelle (DVS) Südsudan leitet.

Dorfgemeinschaftsinitiative in Yambio Südsudan
Das MISEREOR-Team „Südsudan“ Katharina Götte, Referentin für Kenia und Südsudan (links), und DVS-Leiter Uwe Bergmeier (2. v. r.) zu Besuch bei der Dorfgemeinschaftsinitiative von Hummingbird Action for Peace and Development (HAPD) in der Diözese Tombura-Yambio, März 2019. © DVS Südsudan

Mein Werdegang

Ich bin von Beruf Ingenieur-Assistent und studierter Diplom-Politologe. Über viele Jahre habe ich in der Jugend- und Erwachsenenbildung gearbeitet. Mein Schwerpunkt lag dabei auf der historisch-politischen Bildung. Seit etwa 20 Jahren lebe und arbeite ich in Ostafrika, wo ich in verschiedenen entwicklungspolitischen Programmen tätig bin: Zivile Konfliktbearbeitung, EU-Rehabilitationsprogramme, Zivilgesellschaftsförderung und Dezentralisierung sind dabei meine Themen.

Die Verbindungsstelle Südsudan

Die Dialog und Verbindungsstelle (DVS) von MISEREOR im Südsudan leite ich seit Juli 2018. Ich arbeite dabei eng mit der Abteilung Afrika-/Naher Osten in der Geschäftsstelle von MISEREOR in Aachen zusammen. Aus familiären und organisatorischen Gründen ist die DVS Südsudan derzeit (noch) an das Büro der DVS Kenia in Nairobi angebunden. Dort bilden wir sozusagen eine DVS-Bürogemeinschaft. Das heißt, ich arbeite von Nairobi aus und reise regelmäßig in „mein“ Land Südsudan ein. Dort führe ich Partnerbesuche durch, nehme an verschiedenen Netzwerktreffen teil und besuche die zuständige Bischofskonferenz für gemeinsame Abstimmungen. Unser Ziel ist es, mithilfe der Dialog- und Verbindungsstelle die Zusammenarbeit zwischen Partnerorganisationen und MISEREOR zu erleichtern und zielführender zu gestalten. Meine Familie lebt zum Teil noch mit mir in Nairobi oder studiert und arbeitet an verschiedenen Orten der Welt.

Inspektion Frachtboot Diözese Malakal
Frachtboot-Inspektion und -Testfahrt mit Bischof Stephen Nyodho, dem Generalvikar Father Christian Carlassare und der Caritas-Koordinatorin Sister Elena Balatti in Juba im September 2020. Das Boot steht in Diensten der Diözese Malakal. © DVS Südsudan

Schwerpunkte meiner DVS-Arbeit

Im Zentrum der Arbeit steht die Unterstützung der mit MISEREOR zusammenarbeitenden Partnerorganisationen. Von der Antragstellung bis zur Abschlussevaluierung begleiten wir mit der DVS ihre Maßnahmen durch Trainings, Beratung und Vernetzung oder auch durch die genaue Beobachtung von Entwicklungen vor Ort. Daneben gilt es, politische Prozesse zu analysieren, Initiativen anzustoßen und zu ermutigen, aber auch in diversen Gremien und Gruppen MISEREOR als kirchlichen internationalen Partner vorzustellen und zu vertreten. Der Kontakt zu Medienvertretern und die Berichterstattung zurück in die deutsche Öffentlichkeit gehören genauso dazu, denn sie  dienen dem besseren Verständnis der Problemlagen des Landes.

Wenn es manchmal gelingt, hier einen positiven Beitrag zu leisten, der vor Ort angenommen und genutzt wird, dann motiviert es mich, auf diesen Erfahrungen aufbauend an einer anderen Baustelle weiter zu machen.

Uwe Bergmeier, DVS Südsudan

Problemlagen im Südsudan

Im Südsudan lassen sich zahlreiche Problemlagen ausmachen. Dazu zählen Flucht, extreme Armut, Gewalterfahrungen durch Bürgerkrieg über vier Generationen und große Unerfahrenheit mit Verträgen internationaler Partner, z. B. mit MISEREOR. So bin ich als Dialog- und Vernetzungsdienstleister ständig damit beschäftigt, Lösungen zu finden, damit man nicht aus einer Krisensituation gleich wieder in die nächste fällt. Flexibilität, aber auch Realitätssinn dafür, was geht und wie es pragmatisch und einfach anzugehen ist, das sind sehr wichtige Eigenschaften.

Friedenstreffen Fluchtrückkehrer Upper Nile Südsudan
Die DVS Südsudan unterstützt Friedenstreffen für Fluchtrückkehrer wie hier in Upper Nile, dem nördlichsten Bundesstaat im Südsudan. An dem Treffen nahmen auch Sister Elena Balatti (links), Ayul Akwoc Along, ehemaliger Kommissar für Upper Nile (3. von links), und der Priester der St. Joseph’s Gemeinde in Malakal, Father Ernest Adwok (2. von rechts), teil. © DVS Südsudan

Meine Motivation

Während meiner entwicklungspolitischen Tätigkeiten war ich immer in und mit fragilen und konfliktgeprägten Gesellschaften beschäftigt. Ob der bewaffnete Konflikt in Norduganda, Viehhalterkonflikte mit Ackerbauern oder die Nachwahlkrise in Kenia: Es geht immer wieder um Fragen der Einflussnahme, um das Gewaltpotential in bestimmten Regionen zu vermindern, und darum, wie die gesellschaftlichen Gruppen es schaffen, mit diesen Rahmenbedingungen ihr Leben und Überleben zu sichern, vielleicht sogar mehr Lebensqualität zu erfahren. 


Autor

Uwe Bergmeier leitet seit 2018 die Dialog- und Verbindungsstelle Südsudan.

Autor:

Gast-Autorinnen und -Autoren im MISEREOR-Blog.

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